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Die Hochfeste Christi Himmelfahrt und Pfingsten P. Nikolai Wolper)
Vierzig Tage nach Ostern: Christi Himmelfahrt (Apg 1,1-12; Lk 24,36-53)
Ostern und Himmelfahrt gehören als ein unbegreifliches Mysterium zusammen, auf die Vollendung des Heilswerks Christi in der Geistsendung und Gründung der Heiligen Kirche an Pfingsten verweisend. Im Zentrum steht die Lichtsymbolik: „Ich bin das Licht der Welt.“ (Joh 8,12) Seither ist Christus allgegenwärtig und in den Sakramenten der Kirche erfahrbar. „Licht ist der Vater. Licht ist das Wort. Licht ist auch der Heilige Geist, Der ja in Feuerzungen den Aposteln gesandt wurde. Und durch Ihn wird alle Welt erleuchtet, die Heilige Dreieinigkeit zu verehren.“ (Exapostilar im Morgenamt von Pfingsten)
Aber auch das von der Sünde beschädigte Menschsein hat eine neue Bedeutung erhalten: „Die wahre Natur des Menschen ist von nun an die des verherrlichten Sohnes Gottes“ (C.Andronikof), wie im Morgenamt (Utrenja) gesungen wird:
Nachdem Du vom Himmel hernieder gestiegen zur Erde und Adams Natur, die drunten lag im Gewahrsam des Hades, als Gott mit auferweckt hattest, hast Du sie bei Deiner Auffahrt, o Christus, empor getragen zum Himmel und ließest sie mitthronen auf dem Thron Deines Vaters als Erbarmender und Menschenliebender. (Kathisma)
Und als Frucht der Sendung des Hl. Geistes und feiern wir an den ersten Sonntagen nach Pfingsten die Feste Allerheiligen und Alle Heiligen Russlands. Die geistige Schönheit, mit der die Gemeinschaft der Kirche vom Hl. Geist wie eine Braut geschmückt wird, drücken wir am Pfingstfest durch grüne Zweige und Blumen in den Händen aus.
Schön durch die Schönheit der ersten Schönheit geworden und erstrahlend wie nicht irrende Sterne, habt ihr, Heilige, die Kirche Christi zum Himmel gemacht. Ihr alle, der eine so, anders der andere, habt ihr sie mannigfaltig geziert. (Kanon, 3.Ode)
Fünfzig Tage nach Ostern: Pfingsten (Apg 2,1-11); Joh 7,37-52; 8,12)
Von nun an bis zur nächsten Osterfeier leiten wir alle unsere Gebete mit dem Pfingstgesang an den Heiligen Geist ein:
Himmlischer König, Tröster, Geist der Wahrheit, Der Du überall bist und alles erfüllst, Hort der Güter, Spender des Lebens, komm und wohne in uns und reinige uns von aller Befleckung und errette, Gütiger, unsere Seelen!
„Orthodoxie“ ist der „rechte Lobpreis“ Gottes, und so versteht sich auch die Theologie als Anbetung. Wer mit Aufmerksamkeit und Andacht die kirchlichen Gebete mit vollzieht, wird immer wieder neu eingewiesen in die Geheimnisse christlichen Lebens und kann sie mit seinem eigenen Leben verbinden. So vergegenwärtigen wir wie an den Feiertagen, so auch bei unserer Vorbereitung auf dem Empfang des Hl. Abendmahls das Heilswerk unseres Herrn Jesus Christus in seiner Bedeutung für uns selbst:
Drittes Kommunion-Gebet (hl. Simon Metaphrastos).
Einzig reiner und unsterblicher Herr, Der Du in Deiner unaussprechlichen, menschenliebenden Huld unser ganzes Wesen von dem unschuldigen, jungfräulichen Blut derer genommen hast, die Dich durch das Überkommen des Heiligen Geistes und nach dem Wohlgefallen des ewigen Vaters übernatürlich geboren hat, o Christus, Du Gottesweisheit, Friede und Kraft, Der Du freiwillig die lebenspendenden und heilbringenden Leiden, das Kreuz und die Nägel, den Speer und den Tod auf Dich genommen hast, ertöte Du in mir die seelentötenden fleischlichen Begierden. Der Du durch Dein Begräbnis das Reich der Hölle erobert hast, begrabe durch tugendhafte Gedanken meine hinterhältigen Vorhaben und zerstöre den Geist der Bosheit; Der Du durch deine lebenschaffende Auferstehung am dritten Tag den gefallenen Urahnen wieder aufgerichtet hast, richte auch mich, den durch die Sünde Gestrauchelten, wieder auf, indem Du mir das Vorbild der Buße darhältst; Der Du durch Deine glorreiche Himmelfahrt den angenommenen Leib vergöttlicht und ihn mit dem Sitz zur Rechten des Vaters beehrt hast, würdige mich durch Teilnahme an Deinen heiligen Mysterien den Teil der Erlösten zur Rechten zu erlangen; Der Du Deine priesterlichen Jünger durch die Herabsendung des Trösters, Deines Geistes, zu würdigen Gefäßen gemacht hast, mache auch mich zu einem solchen und lass mich Deine Ankunft sehen; Der Du wiederkommen willst um die Welt in Gerechtigkeit zu richten, gewähre auch mir, dass ich Dich, meinen Retter und Schöpfer, mit allen Deinen Heiligen, in den Wolken kommend, erschaue, und Dich ohne Ende preise und Dir mit Deinem anfanglosen Vater und Deinem allheiligen, guten und lebenspendenden Geist lobsinge, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit. Amen
(Orthodoxes Gebetbuch; München 1989; S.172f.; leicht verändert).
(Zur Dreieinigkeits-Ikone: s. Kapitel „Ikonen)
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