Hochfest der Verklärung Christi (6./19. August) (P. Nikolai Wolper)

 

Tropar (7. Ton):

 

Du wurdest verklärt auf dem Berg,

Christus Gott,

und zeigtest Deinen Jüngern

Deine Herrlichkeit,

soweit sie diese zu ertragen vermochten.

Lass strahlen auch uns Sündern

Dein ewiges Licht

auf die Fürbitten der Gottesgebärerin,

Spender des Lichtes, Ehre sei Dir!

 

Kondak (7.Ton):

 

Auf dem Berge wurdest Du verklärt, Christus Gott,

und die Jünger schauten Deine Herrlichkeit,

soweit sie diese ertrugen,

auf dass sie das freiwillige Leiden

zu erkennen vermöchten,

wenn sie Dich gekreuzigt sähen,

der Welt aber verkündeten,

dass Du bist in Wahrheit der Abglanz des Vaters.

Der Ursprung des Festes liegt in der Kirchweihe auf dem Berg Tabor im 4. Jhdt.

Es vergegenwärtigt die Offenbarung des Herrn während des Laubhüttenfestes vor den

Augen der erstberufenen Apostel Petrus, Jakobus und Johannes im überirdischen Glanz, begleitet von Moses und Elia. (Mt 17,1-9) Wenn die Jünger daraufhin vor Freude drei Hütten bauen wollten, so war ihnen bewusst, dass in ihrer Begegnung mit Jesus das so lange ersehnte Reich Gottes, das messianische Zeitalter, begonnen hat. Was das Gesetz (vertreten durch Mose) und die Propheten (vertreten durch Elia) verheißen hatten, ist nun erfüllt. Das jüdische Volk feierte mit den Laubhütten nicht nur die Erinnerung an die Wüstenwanderung in die Freiheit mit den provisorischen Wohnstätten (Lev 23), sondern auch die Hoffnung auf die endgültige Befreiung am Ende der Zeiten, wenn die Gerechten ihre Zelte im ewigen Friedensreich erhalten würden.(Jes 32,18)

Die Christen erbitten in den Gebeten für die Entschlafenen immer wieder diesen Heimgang in die Zelte der Gerechten, so wie es der Seher Johannes geschaut hat (Apk).

Anders als die beiden anderen großen jüdischen Feste Pessach (Ostern) und Pfingsten hat die Kirche das Laubhüttenfest nicht vollständig übernommen als Erfüllung der Verheißungen in Jesus Christus, sondern sie bezieht sich nur indirekt darauf. So knüpft die Feier von Mittpfingsten (s. dort) besonders an die Wasser-Symbolik am Ende des Laubhüttenfestes an  (Christus ist das Wasser der Weisheit und die Quelle des lebendigen Wassers). Und am Fest der Verklärung sind es die Hoffnung auf die Ruhe der Seligen im Reich Gottes und die ewige Freude derer, die  - wie die Heiligen erfüllt vom Heiligen Geist -  die von der Sünde verdunkelte Schönheit als Abbilder Gottes wieder erlangt haben. Einige dieser Begnadeten sind schon in ihrem irdischen Leben im  überirdischen Glanz des Taborlichtes erstrahlt und werden deshalb besonders innig verehrt – wie der hl. Serafim von Sarov, der uns von der Altarwand her anschaut.

Die Griechen sprechen statt von „Verklärung“ von „Metamorphosis“ (Verwandlung“), so wie sie als Verheißung für alle Gläubigen auch im Gottesdienst anklingt:

 

„Du hast mich gefesselt mit der Sehnsucht nach Dir, o Christus,

und mich verwandelt mit Deiner göttlichen Liebe.

Verzehre meine Sünden mit dem Feuer Deines Geistes

und erachte mich würdig, dass ich mein Entzücken in Dir stille,

damit ich tanzend vor Freude Deine beiden Kommen verherrliche.“

(Utrenja, 9.Ode)

Eine kirchliche Erinnerung an den Ursprung des Laubhüttenfestes als herbstliches Erntedankfest ist die Segnung der Früchte, besonders der neuen Weintrauben, nach der Göttlichen Liturgie dieses Feiertages.